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Dirndl im Marmorschlössl. Vom traditionellen „Gwand“ im Salzkammergut zum Haute Couture Modell von Andreas Kronthaler for Vivienne Westwood – die Ausstellung „DIRNDL. Tradition goes Fashion“ zeigt die ebenso spannende wie wechselvolle Entwicklungsgeschichte des Dirndls in Bad Ischl.

Als „fashion piece“ wurde das Dirndl immer weiter entwickelt. Ein echtes Faszinosum, denn es schafft, mit den wechselnden Modetrends Schritt zu halten und doch die Grundform mit ihren Trachtenelementen zu bewahren. Es ist Mode und gleichzeitig zeitlos.

International steht das Dirndl für Österreich, der Kimono für Japan und der Kilt für Schottland und ist damit ein zwar stereotypes, aber positiv besetztes Klischee, mit einer starken Werbebotschaft, die für die Tourismus- und Bekleidungsbranche und sogar die Nahrungsmittelindustrie hervorragend funktioniert. Urlaub in Österreich ist nun Mal am schönsten im Dirndl – und jede Frau ist „fesch“, wenn sie eines trägt. „Würde jede Frau ein Dirndl tragen, gäbe es keine Hässlichkeit mehr auf der Welt“ hat es bereits Vivienne Westwood auf den Punkt gebracht.

Das Dirndl ist eine „invention of traditon“, das heißt eine Erfindung aus der Tradition heraus. Ursprünglich war das Dirndl ein praktisches Arbeitsgewand für Mägde oder Dirnen (daher der Name „Dirndl“) im Sommer, doch als um 1900 Städterinnen in der Sommerfrische begannen es als modisches Kleid zu tragen, startete die steile Karriere des Dirndls: Es wurde zu einem beliebten Kleidungsstück für Frauen jeden Alters und Standes und hat es sogar geschafft, das jahrhundertelange Kleiderdiktat des Adels aufzubrechen. Diese gesellschaftspolitische Dimension des Dirndls war aber nicht nur eine modische Liberalisierung. Besonders im Nationalsozialismus wurde es als „deutsches Kleid“ vereinnahmt und auch in jüngster Zeit stellt sich immer wieder die Frage danach, wie das Dirndl in ein modernes Österreich passt. Es ist und bleibt „More than a dress“.

Das Dirndl ist in seiner Form weiblich und kleidsam. Es kann sexy und sittsam, vornehm und alltäglich sein. Es passt sowohl zum Heurigen als auch auf die Hochzeit. Eine Eigenschaft, die es auch für internationale Designer*innen spannend macht und immer wieder zu kreativen Interpretationen führt. In der Ausstellung sind Kreationen von Susanne Bisovsky und Andreas Kronthaler for Vivienne Westwood zu sehen, Modelle von namhaften Dirndl-Produzenten Österreichs und Bayerns sowie historische Dirndl aus der Sammlung des OÖ. Landesmuseums.

DIRNDL. Tradition goes Fashion. Marmorschlössl Bad Ischl / 19. Jun. 2021 bis 31. Okt. 2021.

Abbildung: Dirndl von Susanne Bisovsky und Ischler Hut von Bittner Hüte. Foto: Wolfgang Pohn

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