Home

Bäume rundum. Weitläufige Obstwiesen umgeben den seit 1838  im Familienbesitz befindlichen Michelehof in Hard am Bodensee. Und die Obstbäume sind auch die Grundlage für eine der erfolgreichsten Destillerien Vorarlbergs. Begonnen hat alles in einem kleinen baufälligen Gebäude hinter Wohnhaus und Stall. Dort hat Albert Büchele neben der Landwirtschaft die Schnapsbrennerei zur Perfektion gebracht. Was als Liebhaberei begonnen hatte, sollte nun professionell aufgezogen werden. Dazu waren aber ein neues Wirtschaftsgebäude und vor allem ein einladender Verkaufsraum vonnöten.

Anregung dafür fand Büchele bei einem Abnehmer seiner edlen Brände am Arlberg. Die Häuser des Hoteliers Gerold Schneider – Holzarchitektur in höchster Qualität – hatten es ihm angetan, und so war der Weg zum Architekten Phillip Lutz nicht weit. ‚Verwurzelt, bodenständig, qualitätsorientiert‘ so lautet die Eigendefinition von Albert Büchele, die auch auf das neue Wirtschaftsgebäude passt. Und so kommen auch wieder die Bäume ins Spiel. Ausgeführt in traditioneller Holzkonstruktion mit Satteldach fügt sich das langgestreckte Gebäude harmonisch in die dörfliche Umgebung ein. Nur der Kopfbereich ist massiv errichtet, um den technischen Anforderungen der Schnapsbrennerei gerecht zu werden. Das Holz aus den hofeigenen Wäldern hat aber nicht nur tragende Funktionen sondern ziert sägerau oder samtigfein auch Böden, Wände und Fassaden.

Gleich an der Stirnseite des langgestreckten Gebäudes lockt das große Schaufenster den Besucher in den Laden, wo sich die edlen Brände in Holzregalen präsentieren. Böden aus geschliffenem Beton, Wandverkleidung aus Weißtanne, Edelstahl und Nußholzmaserung entsprechen in ihrer einfachen doch edlen Qualität den Produkten. Zwei Jahre hat der Bau gedauert, ungewöhnlich viel Arbeit hat der Bauherr selber hineingesteckt in ein Gebäude, das jeden Tag Freude macht und drei Architekturpreise erringen konnte. ‚Das aller Schönste aber‘ so Büchele‚‘ ist die Tatsache, dass auf Grund der gelungenen Architektur immer wieder architekturinteressiertes Publikum zu uns findet, welches das Gebäude sehen will und  meist auch ein paar Euros in unserem Laden liegen lässt‘. (Manuskriptfassung, Jänner 2014, hk)

Erscheint in der Serie Architektur & Landwirtschaft

Bauernladen: Obst und Holz erfreuen Produzenten und Kunden
Bauern Zeitung, 30.Jänner 2014 . Die Onlineplattform für den Ländlichen Raum

Architektur Philip Lutz

Fotografie Nina Baisch

Leave a Reply

Fill in your details below or click an icon to log in:

WordPress.com Logo

You are commenting using your WordPress.com account. Log Out / Change )

Twitter picture

You are commenting using your Twitter account. Log Out / Change )

Facebook photo

You are commenting using your Facebook account. Log Out / Change )

Google+ photo

You are commenting using your Google+ account. Log Out / Change )

Connecting to %s