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Intensive Stadt verlangt intensive Natur! Kunststudenten überzeugen mit Bambuswald und ZEN-Garten.

Der Wettbewerb für den Park in der Poliklinik ist abgeschlossen, der Sieger gekürt. Ein ungewöhnliches, ein mutiges Projekt hat sich durchgesetzt: Bambuswald, ZEN-Garten, Sanddüne und Sumpfzone sollen im ehemaligen Klinikgarten realisiert werden.

“Natürlich sind wir überzeugt von unserem Projekt, aber über den Mut der Jury waren wir doch erstaunt”, ließen sich die freudenstrahlenden Preisträger Lukas Göbl, Petra Gschanes und Lucas Kulnig entlocken. Mit einer “Infrastruktur, die einen ganz besonderen Ort von gesamtstädtischer Bedeutung schaffen könnte”, so die Jurybegründung, überzeugten die drei Studenten der Universität für Angewandte Kunst selbst die hartnäckigsten Skeptikerinnen. In ihrem Konzept dominiert das üppige Grün die gebaute Umgebung. “Intensive Stadt verlangt intensive Natur” so lautet ihr Manifest, ihr Park bringt die Stadt ins Gleichgewicht. Ein dichter Bambuswald als transparenter grüner Filter überzieht das Areal, dazwischen verläuft ein geschweiftes Wegenetz – Abbild vegetabiler Formen. Dazwischen finden sich intime Inseln unterschiedlicher Funktion, eine Sanddüne als Kinderspielplatz, Teichrosen im gelsenfreien Sumpf, eine Ruhezone mit kontemplativem ZEN-Garten. Das ausgefeilte Bepflanzungsund Funktionskonzept beruht auf der genauen Berechnung von Sonnen- und Schattenzonen, und ermöglicht das alltägliche Eintauchen in exotische Schönheit.

Die drei Siegerteams der ersten Wettbewerbsphase waren im Herbst 2001 zur Überarbeitung ihrer Entwürfe “Pensa verde”, “Green Wave” und “Kein schöner Park – stadtdessen Natur” eingeladen worden. Zunächst stellten sich die Studentinnen in zwei öffentlichen Hearings den Fragen und Anregungen der Projektgruppe, hier halfen auch Vertreter von Politik und Verwaltung rechtliche und technische Vorgaben zu klären. Dann folgte die arbeitsintensive Weiterentwicklung der Projekte. Die plötzliche Entscheidung des Krankenanstaltenverbunds als Eigentümer zum Verkauf des Geländes und damit verbundene Nutzungsänderungen (der geplante Kindergarten wird nicht realisiert) brachte den Prozess zwar gehörig ins Wanken, doch versprach die Bezirksvorstehung, die ideelle Bedeutung des Beteiligungsprozesses auch gegenüber Investorinneninteressen zu verteidigen.

Zwei Teams reichten schließlich ihre überarbeiteten Entwürfe ein. Eine neun-köpfige Jury, bestehend aus einer Landschaftsplanerin und einem Architekten, AGENDA-Aktiven, Politikern und Verwaltungsbeamten hatte eine schwierige Entscheidung zu fällen. Anhand von künstlerischer Idee, Funktionalität, Nutzerinnenbedürfnissen, Realisierbarkeit und Instandhaltungsaufwand wurden “The green wave” von Ursula Gau, Roland Thierrichter und Sylvia Thierichter sowie die “INTENSIVE NATUR” begutachtet. Ein wenig war es ein Entscheid zwischen pragmatischer Lösung und gelebter Utopie. Letztere hat sich durchgesetzt, auch wenn für den Bezirk allein die Kosten für die Realisierung dieses ungewöhnlichen Entwurfes nicht tragbar sind. Bauträgerbeteiligung, Sponsoring und Anrainereinbindung wären jedoch adäquate Formen, um die Umsetzung zu sichern. Beispiele für einen Trägerverein gibt’s etwa im vierten Bezirk mit dem Gartenhof-Verein “Planquadrat”, wo sich Anrainerinnen für ihren Park verantwortlich fühlen.

Und mit Aussicht auf den zu erwartenden Imagegewinn durch die Realisierung eines derart integrativen und hoch gelobten Projekts, sollte auch ein Investor zu finden sein, der bereit ist, sich an den Errichtungs- und Pflegekosten zu beteiligen. Damit der Bambuswald am Alsergrund tatsächlich wachsen kann.

‘Intensive Stadt verlangt intensive Natur! Kunststudenten überzeugen mit Bambuswald und ZEN-Garten.’
erscheinen in ‘AGENDA 21. Plattform für nachhaltige Bezirksentwicklung und BürgerInnenmitbestimmung’
Wien, Newsletter2002-03

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