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Die “Hohe Warte”, die als “Halbmonatsschrift zur Pflege der künstlerischen Bildung und der städtischen Kultur” in den Jahren 1904 bis 1908 erst in Wien und später in Leipzig erschien, beschäftigte sich vor allem mit Fragen der Architektur und des Städtebaus, sowie mit den Gebieten der Wohnungsausstat­tung, der Volkskunst, Kunstgewerbe, Kunsterziehung und vielem mehr. Als geistigen Hintergrund, der in den Artikeln zum Ausdruck kommt, können die Ideen der englischen Arts and Crafts-, der Heimatschutz- sowie der Garten­stadtbewegung festgemacht werden. Ebenfalls zum Ausdruck kommt auf allen Gebieten der Zeitschrift ein starker volkserzieherischer Impetus, der durch das Wesen des Herausgebers J. A. Lux geprägt wurde, der die Zeitschrift mit namhafter Autoren wie Hermann Muthesius, Paul Schultze-Naumburg, Alfred Lichtwark und Cornelius Gurlitt herausbrachte.

Die Hohe Warte bildet eine wahre Fundgrube für The­menbereiche wie Heimatschutz, Gartenstadtbewegung, Deutscher Werkbund, Architektur und Städtebau, Kunsterziehung etc. In der Forschungsarbeit ‘Hohe Warte – Villenkolonie und Zeitschrift. Die Geschichte einer flüchtigen Begegnung’ wurde die Zeitschrift erstmals zum Gegenstand wissenschaftlicher Forschung. Die im Laufe des vierjährigen Bestehens veränderten Schwerpunktthemen werden ebenso beleuchtet wie die Frage der gesellschaftlichen Relevanz. Wendete sich die Zeitschrift einerseits in zahlreichen Artikeln durch Gegenstand und Grundtenor der Berichte an ein kleinbürgerliches, rückwärtsgewandtes Publikum gebildeter Provinzhonoratio­ren, so nahm sie andererseits in Fragen des Städtebaus und der Architektur ebenso progressive Standpunkte ein, führte eine Diskussion auf hohem Niveau und erfuhr auch in der zeitgenössischen anspruchsvollen Presse durchaus Anerkennung und Lob. Auch die Tatsache, daß die genannten Kapazitäten aus Architektur und Städtebau ihren Namen für die “Hohe Warte” zur Verfügung stellten, spricht für ihre anerkannte Quali­tät. Unbestritten war die “Hohe Warte” ein anspruchsvolles und ungemein vielfälti­ges Medium im ersten Jahrzehnt des 20. Jahrhunderts. Für einige gesellschaft­liche Strömungen wie die Heimatschutz- und Gartenstadtbewegung lieferte die “Hohe Warte” entscheidende Anregungen, und im Vorfeld der Institutionalisie­rung dieser Bewegungen auch in Österreich hatte sie eine wichtige Funktion inne.

‘Hohe Warte – Villenkolonie und Zeitschrift. Die Geschichte einer flüchtigen Begegnung’
DIplomarbeit der Geschichte, Universität Wien, 1996

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