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Sei es in der Straßenbahn neben einem/er eher “ungepflegten” Zeitgenossen/in, der/die seine/ihre ganze Hausstaat im Billa-Sackerl mit sich trägt und dabei nicht gerade das Deodorant zuoberst gepackt hat, sei es im Hausflur einer lebendig bewohnten Zinskaserne, in dem sich ungehemmt und ohne Scheu die ureigensten Gerüche der heimischen Küche mit fremdländischen, unseren Nasen exotisch anmutenden Düften zu einem eigenen Aroma vermischen, das uns nicht unbedingt zum Bleiben einlädt. Oder sei es der vielleicht noch ganz unbelastete Taferlklassler, der partout nicht neben seinem ausländischen Klassenkameraden sitzen möchte, weil die von diesem ausgeströmten Gerüche so gar nicht mit den eigenen harmonieren wollen, jenen Düften nämlich, von Mutters Ansichten über zeitgemäße Hygiene hervorgebracht, nach grünen Äpfeln, die doch ihre Herkunft vom vielbeworbenen Weichspüler nicht verleugnen können. “Hier stinkt’s”, also eine Tatsache, der sich oft auch der toleranteste und großzügigste Zeitgenosse nicht verschließen kann. Diese Beispiele zeigen kurz angerissen das Spektrum des Fremdseins, das sich an Gerüchen festmachen läßt, auf welches dieser Vortrag auch näher eingehen soll: eine fremde soziale Schicht. eine fremde Küche. ein fremder Mensch

“Ausländer stinken” Der eigene Stallgeruch ist immer der beste.
Vortrag von Robert Buchschwenter und Helga Kusolitsch im Mai 1992.

Im Rahmen der Vortragsreihe ‘Geschichte und Erwachsenenbildung.’
‘Fremde in Wien. Erinnerungen an die Vergangenheit – Reflexionen über die Gegenwart.’
Universität Wien

 

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