
‚Baumhäuser, Proteste und Sekundenkleber‘ – das Spezialgebiet von Oliver Elser könnte man meinen, wenn er in der neuen von KOERNOE initiierten Veranstaltungsreihe am KinderKunstLabor Kindern Geschichten erzählt vom öffentlichen Raum und dessen Aneignung für Groß und Klein.

Der Kurator am Deutschen Architekturmuseum, der einst die ‚387 Häuser des Peter Fritz‘ vom Wiener Sperrmüll zur Biennale nach Venedig brachte und dort auch schon mal den deutschen Pavillon mitkonzipierte, der früh schon Brutalismus schützenswert fand und sich immer wieder gegen die Abrissbirne stellte, konnte für die anlässlich des 30-Jahr-Jubiläums gestartete Programmschiene gewonnen werden, die sich mit disziplinübergreifenden künstlerischen und wissenschaftlichen Expertisen explicit an die junge Generation richtet.

KOERNOE hatte 2024 schon im Außenraum des KinderKunstLabors eine Reihe von künstlerischen Spielskulpturen realisiert. Das besondere am Enstehungsprozess war damals schon die Mitbestimmung der Kinder. Der öffentliche Raum ist ein Ort des Zeigens, des Sprechens und des Gestaltens – kurz: ein Ort des Handelns und Wirksamseins. Aber wer entscheidet hier? Wer gestaltet mit? Wer kann, darf und soll im öffentlichen Raum sichtbar sein? Wer darf was im öffentlichen Raum machen?

In einer Demokratie ist ein Raum, der für alle da ist, in seiner Gestaltung stets auch auf verschiedenen Ebenen verhandel- und mitgestaltbar. Vielschichtige Entscheidungsprozesse bahnen den Weg zum Ergebnis einer öffentlichen Kontaktzone. Gerade diese Zusammenhänge sichtbarer zu machen, Vertrauen in sie zu wecken und insbesondere auch für junge Menschen zu öffnen, ist ein maßgebliches Anliegen der Reihe ‚Warum ist etwas und nicht nichts‘.
Protest! Baumhäuser, Zelte und andere Hindernisse. Geschichten von Oliver Elser, Kurator
KinderKunstLabor St. Pölten, Sa, 3. Oktober 2026, 14:00 Uhr
Sondermodelle. Die 387 Häuser des Peter Fritz. Sammlung Wien Museum
Fotos: Kirsten Bucher, eSeL