
Regula Dettwiler, Wahlniederösterreicherin mit Schweizer Wurzeln bespielt den Kunstraum Weikendorf in diesem Herbst mit einem feurigen Thema – passend zum ehemaligen Feuerwehrhaus, das seit bald 20 Jahren als Kunstraum lokale und regionale Themen auf internationalem künstlerischen Niveau betrachtet.
Immer wieder wird auch die örtliche Bevölkerung eingeladen, sich aktiv zu beteiligen. So auch jetzt, da schon im Frühjahr das gärtnerische Talent vor Ort gefragt war. „Catching Fire“, der Titel von Dettwilers Projekt bedeutet „Feuer fangen“ und meint damit auch die Begeisterung, die Menschen erfassen kann. Der Titel bezieht sich auf die Dahliensorten, die Dettwiler für ihr partizipatives Projekt ausgewählt hat. Sie alle tragen das Feuer im Namen und stellen damit eine besondere Referenz zum ehemaligen Feuerwehrhaus her.

In Zeiten von Hitzewellen, Dürren und Waldbränden schwingt damit aber auch eine weitere Dimension mit. Wie kann eine gemeinschaftliche Herangehensweise in Zeiten des Klimawandels gelingen? Die Dahlienknollen wurden im Frühjahr verteilt und konnten über den Sommer in den privaten Gärten Weikendorfs wachsen und gedeihen – fotografisch dokumentiert werden die mehr oder weniger blühenden Ergebnisse nun in die Ausstellung integriert.

Die Botanik ist ein zentraler Anknüpfungspunkt im Werk von Regula Dettwiler. Mittels Zeichnung, Fotografie und Installation bewegt sie sich konzeptuell an der Schwelle zwischen Natur und Kultur bzw. Künstlichkeit. Kritisch, doch oft gepaart mit Humor und Ironie, reflektiert sie die Bedeutung der Natur in unserer heutigen Gesellschaft. Dabei untersucht sie, wie sich unser Bild von und unsere Beziehung zur Natur durch landwirtschaftliche Industrialisierung, globalen Handel oder aber künstliche Nachahmung im Laufe der Zeit gewandelt haben. Dettwiler verknüpft ihre Projekte gerne mit partizipatorischen Strategien, wodurch gesellschaftliche Reflexion auf unmittelbaren Austausch und gemeinsames Erfahren trifft.
CATCHING FIRE. Kunstraum Weikendorf. Eröffnung 10. Oktober 2026
Foto: Johann Moser, Regula Dettwiler