Wind, Wasser und jahrhundertealte Baukultur hat das interdisziplinäre Breathe Earth Collective mit innovativer Technologie gekoppelt. Mit einer begehbaren, zum Himmel hin geöffneten Rotunde namens ‘Windfänger’ konnten sie so inmitten eines stark befahrenen Verkehrsknotenpunktes einen Raum schaffen, der Aufenthaltsqualität für Stadtbewohner:innen bietet und zugleich ein kleine Naturoase entstehen lässt, die dem Klimawandel trotzen möchte.

Die Verdunstungskälte des Wassers, bewährtes Mittel der Blau-Grün-Infrastruktur im urbanen Gestalten, wird hier mit der luftigen Ziegelstruktur verbunden, die man aus dem orientalischen Raum aber auch von hiesigen anonymen Architekturen im landwirtschaftlichen Raum kennt.

Entstanden ist das Ganze im Rahmen der Neugestaltung des Europaplatzes, stark frequentierte Straßenkreuzung der niederösterreichischen Landeshauptstadt, die im Kulturjahr 2024 grundsätzlich neu aufgestellt wurde. Bei der Neustrukturierung wurde der wohlbekannte Springbrunnen inmitten des Kreisverkehrs geopfert, das Element Wasser sollte aber jedenfalls auch im neugeschaffenen Freiraum eine wichtige Rolle spielen. Deshalb war es eine der Anforderungen im von KOERNOE und Stadt St. Pölten ausgeschriebenen Wettbewerb, den das Grazer Breathe Earth Collective für sich entscheiden konnte. Zuletzt bei der Gestaltung der Klimabiennale-Zentrale in Wien präsent, hatten sie schon 2015 in Mailand mit dem Expo-Pavillon Furore gemacht.

Ganz klassische Mönch- und Nonnen-Pfannne sind hier zu einer luftigen Struktur verbunden, Wasser fließt über die Ziegel und erzeugt in Zusammenspiel mit dem durchströmenden Winden einen feinen Sprühnebel, der ein ganz besonderes Raumklima schaffen wird, das nicht nur die Aufenthaltqualität steigern soll, sondern auch ein neues Biotop für Fauna und Flora schaffen wird…
Eröffnung gemeinsam mit dem von D/D gestaltenen Freiraum des Promenanden-Rings am 29. August …
Fotos: Bernhard König