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Zur kontemplativen Auseinandersetzung laden die vielfältigen Landschaftbilder von Gerhard Richter, die derzeit in Wien zu sehen sind. Die Gemälde, Zeichnungen und Druckgrafiken sind nicht direkt nach der Natur entstanden, sondern basieren meist auf fotografischen Vorlagen und sind somit „Landschaften aus zweiter Hand“, was sich an der Ausschnitthaftigkeit, an Unschärfeeffekten, mitunter auch an Schrift im Bild erkennen lässt.

Landschaften mit tiefgezogenem Horizont und stimmungsvoller Atmosphäre rücken Richter in die Nähe der deutschen Romantik, auf die der Künstler zwar anspielt, aber der gegenüber er sich immer wieder auch kritisch-zweifelnd geäußert hat: Zu malen wie Caspar David Friedrich, so Richter, sei zwar möglich, aber nur ohne sich auf die geistige Tradition des Romantikers beziehen zu können. Als „Kuckuckseier“ bezeichnet Richter demnach jene romantisierenden Bilder, wie die ‘Ruhrtalbrücke’ die erst auf den zweiten Blick ihre Irritationen preisgeben.

Großen Raum nehmen auch die abstrahierten und abstrakten Landschaften ein, für die Richter zur großen Rakel greift. Auch Konstruktion und Manipulation – wie etwa bei Richters Seestücken, für die er oftmals die fotografischen Vorlagen von Wasser- und Himmelsfläche autonom und keinesfalls „wirklichkeitsgetreu“ wie eine Collage zusammensetzt – spielen eine wichtige Rolle.

Und natürlich die vielen überarbeiteten Landschaften, für die Richter seine fotografischen Naturdarstellung mit unterschiedlichen Techniken übermalt.

Gerhard Richter. Landschaft. Kunstforum Wien

Abbildungen:
Gerhard Richter Waldhaus, 2004 Öl auf Leinwand, 126 x 92 cm Privatsammlung © Gerhard Richter 2020
Gerhard Richter Ruhrtalbrücke, 1969 Öl auf Leinwand, 120 x 150 cm Privatsammlung Courtesy Hauser & Wirth Collection Services Foto: Stefan Altenburger Photography Zürich © Gerhard Richter 2020
Gerhard Richter Stadtbild PL, 1970 Öl auf Leinwand, 170 x 170 cm Privatsammlung über Neues Museum Nürnberg Foto: Neues Museum Nürnberg/Anette Kradisch © Gerhard Richter 2020
Gerhard Richter Piz Surlej, Piz Corvatsch, 1992 Öl auf Fotografie, 8,9 x 12,6 cm Sammlung Peter und Elisabeth Bloch Foto: Christof Schelbert, Olten © Gerhard Richter 2020

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