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foto Fred Ernst

Seit dem Jahr 1996 vergibt die deutsche Schelling-Stiftung einen Preis für bedeutende Werke der Architektur. Genaugenommen sind es zwei Preise. Einmal steht ein Lebenswerk im Bereich der Theorie im Mittelpunkt, einmal wird das zukunftweisende Schaffen von Newcomern der Architekturpraxis ausgezeichnet. Beide Preisträger stehen jeweils im Zeichen eines übergeordenten Themas, welches das Stiftungskonsortium aus dem zeitgenössischen Architekturgeschehen als wegweisend hervorhebt, um damit Diskussion und Produktion weiter anzuregen.

In diesem Jahr hat sich das Wahlkuratorium mit den Fragen der Transformation, Bauen im Bestand und Bestandspflege sowie Innovativem Wohnungsbau auseinandergestzt und dabei auch die Auswirkungen der anhaltendender Migrationsbewegungen auf notwendige Baumaßnahmen und die Frage des Leistbarkeit des Wohnens als Thema mit aktuellem und sozialem Bezug herausgestrichen..

Der Theoriepreisträger steht bereits fest: Doug Saunders. Die Schelling-Architekturstiftung würdigt den britisch-kanadischen Soziologen für die neue Perspektive, mit der er die Ursachen von Randbedingungen für und Einflüssen auf die neuen Einwanderungsquartiere im Westen erforscht. Damit erarbeitet er Grundlagen auch für den Städtebau, die letztlich über den Erfolg oder Misserfolg unserer urbanen Lebensverhältnisse im 21. Jahrhundert entscheiden werden. Seine Beobachtungen und intensiven Recherchen zum Thema Migration in zwanzig Metropolen auf allen Kontinenten fasste er 2011 in dem Buch ‘Arrival City’ und 2012 in dem Buch ‘Mythos Überfremdung’ zusammen.

Doug Saunders gehört am Abend dem Wahlkuratorium für den Architekturpreis an und ist stimmberechtigt in der Wahl eines der drei nominierten Architekturbüros. Standen bis 2010 die Preisträgerinnen und Preisträger bereits vor dem Termin der Preisverleihung fest, hat sich die Stiftung 2012 entschlossen, das Wahlverfahren für den Architekturpreis zu ändern: Es werden drei Architekturbüros nominiert, der Preisträger dann aber erst am Tag der Preisverleihung gewählt. So wurden auch 2016 wieder drei Architekten vorgeschlagen und im Sommer vor der Preisverleihung bekannt gegeben. Erstmals werden die Arbeiten der Nominierten für den Architekturpreis der Schellingstifung bereits im Vorfeld der Preisverleihung im Rahmen einer Ausstellung im Architekturschaufenster Karlsruhe der Öffentlichkeit präsentiert. Die nominierten Architekten stellen am 16. November im Rahmen einer öffentlichen Veranstaltung in kurzen Vorträgen die Anliegen ihrer Arbeit vor. Für den Architekturpreis der Schelling Architekturstiftung sind 2016 folgende Architekten nominiert:

ATELIER KEMPE THILL, Rotterdam, Niederlande
ARCHITECTEN DE VYLDER VINCK TAILLIEU (DVVT), Gent, Belgien
ROZANA MONTIEL | ESTUDIO DE ARQUITECTURA, Mexico D.F., Mexiko

Mit seiner Auswahl orientierte sich das Wahlkuratorium der Schelling Stiftung an der Brisanz der aktuellen politischen Situation. Die Nominierten und der Theoriepreisträger liefern eigenständige Beiträge zu einer Debatte, deren Reichweite sich keinesfalls nur auf Deutschland beschränkt. Kuratoren waren 2016 Peter Cachola-Schmal, Christiane Fath, Louisa Hutton, Dietmar Steiner, Wilfried Wang, Ludwig Wappner und als Gäste Helga Kusolitsch und Georg Vrachliotis.

Der diesjährige Preisträger für Architekturtheorie
Doug Saunders, Toronto

Ausstellung im ASF, 08.–30. November 2016
Vernissage: 08. November 2016, 19 Uhr
Architekturschaufenster Karlsruhe

Öffentliche Preisverleihung am KIT: 16. November 2016, 18 Uhr
Schelling Architekturstiftung

Schelling Architekturstiftung

 

Foto: Fred Ernst

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