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Seit dem Jahr 1996 vergibt die deutsche Schelling-Architekturstiftung einen Preis für bedeutende Werke der Architektur. Genaugenommen sind es zwei Preise. Einmal steht ein Lebenswerk im Bereich der Theorie im Mittelpunkt, einmal wird das zukunftweisende Schaffen von Newcomern der Architekturpraxis ausgezeichnet. Beide Preisträger stehen jeweils im Zeichen eines übergeordenten Themas, welches das Stiftungskonsortium aus dem zeitgenössischen Architekturgeschehen als wegweisend hervorhebt, um damit Diskussion und Produktion weiter anzuregen.

In diesem Jahr hat sich das Wahlkuratorium auf das Thema verständigt: indigenous ingenuity – direkt vor Ort. Wie kann eine einfallsreiche und unmittelbar verständliche Architektur menschliche Grundbedürfnisse auf ansprechende Weise zufriedenstellen? Wodurch entsteht eine solche Architektur? Durch die Anwendung regionaler Baumaterialien und lokalen Handwerks? Durch die Bezugnahme auf die jeweiligen Klimaverhältnisse und Bautraditionen?
Das Thema kann als Fortführung des Denkansatzes von Kenneth Frampton – Critical Regionalism – und damit als Verknüpfung zu dem diesjährigen Schelling Preisträger für Architekturtheorie Juhani Pallasmaa verstanden werden. Der Theoriepreisträger steht bereits fest: Juhani Pallasmaa. Die Jury zeichnet den finnischen Architekten, Autor, Herausgeber, Hochschullehrer, Dozenten und Kritiker für seinen lebenslangen Beitrag zur Baukultur und insbesondere für seine leidenschaftliche Erforschung des phänomenologischen Denkansatzes aus. Indem er die Architektur als die Verteidigung der Authentizität menschlicher Erfahrung betrachtet, hat Pallasmaa einen polemischen Standpunkt gegen die stete Veränderung, Immaterialität und Anonymität unserer digitalen Welt bezogen. Juhani Pallasmaa gehört am Abend dem Wahlkuratorium für den Architekturpreis an und ist stimmberechtigt in der Wahl eines der drei nominierten Architekturbüros..

Standen bis 2010 die Preisträgerinnen und Preisträger bereits vor dem Termin der Preisverleihung fest, hat sich die Stiftung 2012 entschlossen, das Wahlverfahren für den Architekturpreis zu ändern: Es werden drei Architekturbüros nominiert, der Preisträger dann aber erst am Tag der Preisverleihung gewählt. So wurden auch 2014 wieder drei Architekten vorgeschlagen und im Sommer vor der Preisverleihung bekannt gegeben. Die nominierten Architekten stellen am 12. November im Rahmen einer öffentlichen Veranstaltung in kurzen Vorträgen die Anliegen ihrer Arbeit vor.  Für den Architekturpreis der Schelling Architekturstiftung sind 2014 folgende Architekten nominiert:

Anna Heringer, Laufen, Deutschland
Carla Juaçaba, Rio de Janeiro, Brasilien
Diébédo Francis Kéré, Berlin, Deutschland

Kuratoren waren 2014 Peter Cachola-Schmal, Christiane Fath, Louisa Hutton, Dietmar Steiner, Wilfried Wang, Ludwig Wappner und als Gast Helga Kusolitsch.

Schelling Architekturstiftung

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