Entlang der Donau kann man ab sofort im Windschatten großer Kunst radeln. Siggi Hofer hat für die ‘Donauwellen’, große bisher für Touristeninfo genutzte Metalltafeln, ein neues Konzept erdacht. Auf 27 Tafeln finden sich nun kurze Drei-Wort-Verse, die über Landschaft und Wetter, und damit oft auch über recht Existenzielles philosophieren.

Hofer nennt das Projekt INVENTAR 3 und bezieht sich damit auf seine Impulsgeberin Mascha Kaléko, die Ende der 30er Jahre geprägt von Flucht und Exil Schwermütiges zu Papier brachte. ‘Haus ohne Dach, Kind ohne Bett, Tisch ohne Brot…’, hieß es da. Hofers Zeilen kommen leichter daher, wenn von ‘Wind ohne Schatten, Baum ohne Krone, Himmel ohne Zelt’ die Rede ist, und wirken doch durch ihre subtile Mehrdeutigkeit. Die eigens entwickleten Lettern poppen immer wieder in fröhlichen Farben auf, die auch auf der Rückseite zu finden sind.
Wer gerne in Gesellschaft radelt und von Künstler selbst hören will, was ihn zu diesem weitrechenden Werk inspirierte, hat am Sonntag den 17. Mai zwischen Klosterneuburg und Tulln dazu Gelegenheit. Insgesamt 260 Kilometer lang ist der niederösterreichische Teil des Donauradwegs als Teil des europäischen Radfernweges ‘EuroVelo 6’, der von Frankreichs Atlantikküste bis zum Schwarzen Meer führt. Landschaftliche Sehenswürdigkeiten gibt’s da jede Menge, künstlerische Interventionen wie jene der Kunst im öffentlichen Raum Niederösterreich haben allerdings Seltenheitswert…
Radtour und Projektvorstellung: Siggi Hofer, Inventar 3, Donauradweg